Tagsueber bildet sich eine salzige Schicht an Schweiss, Sonnencreme und mehr und mehr Staub auf der Haut. Mit dem Einbruch der Daemmerung wird noch etwas Autan hinzugefuegt, womit der klebrige Hautschutz perfekt waere. Mit jedem vorbeidonnernden Bus, Truck oder Pick-Up wird man von einer rusig-blaeulichen Abgaswolke eingehuellt, man scheint immer schwaerzer zu werden. Und gleichzeitig wird einem hier, wie nirgends sonst so oft bewusst gemacht, dass man Weisser ist. "Musungu, Musungu", "Mambo" und "Goodbye" toent es aus allen Richtungen, und gerade diese anfeuernden Zurufe und Gruesse, die leuchtenden Blicke und Lachen, das man durch ein Lachen erntet, geben mir die Kraft, trotz abgestrampelter, mueder Beine den einen oder andern Berg doch noch hoch zu fahren, die letzten Kilometer der Tagesetappe zu vollenden.
Auf dem Weg hinauf in die Berge von Lushoto eroeffnet sich uns die Sicht auf die weiten Ebenen, auf denen sich riesige Plantagen erstrecken. Die rote Farbe der Erde hebt sich besonders stark gegen das saftige Gruen der Pflanzen ab. Hier in den Bergen haengen die Wolken tief, und mit den erklommenen Hoehenmetern wird es deutlich kaelter.
Auf halber Streck treffen wir auf eine Kindergruppe. Anfangs naehert sich nur einer der kleinen Jungen. Zunaechst macht er sehr ernst und schuechtern einen weiten Bogen um uns. Mit jedem Blick, Augenzwinkern, und verstohlen Grinsen, kommen wir uns naeher, bis wir alle gemeinsam um die Raeder stehen und mit Haenden und Fuessen kommunizieren, uns gegenseitig gezeahmt haben, wie es Antoine de Saint-Exupéry im "Kleinen Prinzen" ausgedrueckt hat.

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen