Noch habe ich den Trubel des Finales noch gar nicht verarbeitet da bringt mich eine Mail aus Lilongwe (Malawi) fast zum Weinen: mein Rucksack inkl. aller Wertsachen (der Reisepass sowie das Tagebuch)sind wieder aufgetaucht! Das malawische Immigration Office klopfte Anfang August an die Botschafts-Tuer und gab den Rucksack ab: nichts (!) fehlte! Ist das nicht super?
Nun habe ich also zwei Paesse. Und vor allem bekomme ich mein Tagebuch zurueck.
Ein Pass ist ersetzbar - wie sich gezeigt hat - aber praezise niedergeschriebene Erinnerungen sind es nicht.
(verfasst von Geert)
Samstag, 15. August 2009
Mittwoch, 5. August 2009
YES WE CAN
Ich muss mir auf den letzten Strassenkilometern immer wieder die Augen reiben, wenn ich die Hinweisschilder betrachte, die ueber die Entfernung nach Nakuru informieren. „Sind es jetzt wirklich nur noch so wenig?“ frage ich mich voller Spannung. Mein Adrenalin, so glaube ich, muss mir gleich aus den Ohren spritzen. Da erblicke ich in der Ferne die ersten Haeuserdaecher. Wir rollen auf das Gelaende des Heimes zu. Ein Polizeimotorrad mit Sirene und Blaulicht schuetzt uns vor dem starken Verkehr. Dann biegen wir ein in einen Schotterweg, noch 300 Meter und wir sind angekommen. „Was ist das?“ Mir schiessen die Traenen in die Augen. Ich bin wie vom Donner geruehrt. Ueber 250 Gaeste aus der Nachbarschaft sind gekommen und singen, tanzen, applaudieren. Ich bin sprachlos. Ich verbringe den bewegenden letzten Expeditions-Tag auf dem Grundstueck des Malaika-Centers. Eins unserer Waisenkinder, das ich heute fuer lange Zeit auf dem Arm trage, ist HIV-positiv. Es ist das einzige unter all den Kindern, dessen Test nicht gut ausfiel. In all dem Trubel des Tages habe ich nochmal ganz deutlich durch sein Herzpochen und Laecheln gespuert, warum ich das alles begonnen habe.
Wir haben die Tour geschafft, Wahnsinn! Heute bin ich ein sehr sehr gluecklicher Mensch!
(- verfasst von Geert)
Stressolitis!

Es ist etwa Mitternacht. Morgen ist ein sehr grosser und wichtiger Tag fuer das Projekt: um 7 Uhr soll ich beim grossen kenianischen TV-Sender Citizen live in der Morning-Talk-Show auftreten, um 10h ist dann im noblen Serena-Hotel ein Meeting mit der Ministerin fuer Jugend und Gender geplant. Und jetzt, hier im Bett der Jugendherberge, fuehle ich mich ploetzlich unwohl. Immer staerker beginnt mein Koerper an zu zittern, ich bekommen Kopfschmerzen, glaube, dass ich Fieber habe. Und mir ist schlecht. Ich muss mich uebergeben. Und dass die ganze Nacht ueber. Warum, warum? Ich bin todungluecklich. "War das Abendessen gestern zu spaeter Stunde in der Herberge etwa nicht gut?" frage ich mich. Wahrscheinlich traf ein schlechtes Essen auf einen nervoesen Magen. Ich versuche im wahrsten Sinne krampfhaft zu schlafen. Fuer eine gefuehlte Stunde gelingt mir das. Reicht die malade Verfassung fuer einen TV-Auftritt? Doch es soll alles gut verlaufen: ich meister die Show sehr gut, und das Presse-Meeting mit der Ministerin für Gender and Child Affairs ist auch toll. Auch der deutsche Botschafter ist da. Ein Show-Programm mit den Waisenkindern, die extra aus Nakuru angereist gekommen sind, sorgte fuer einen schoenen Vormittag. Ab Nachmittag sind wir dann wieder "on the road"...Richtung Nakuru.
(- verfasst von Geert)
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